Die Marke VfB Stuttgart: Vorstands-Assistent Wehrle an der Ludwig-Erhard-Schule
Der VfB Stuttgart – das ist mehr als elf Mann, die am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr hinter dem Ball herrennen. Wie es hinter den Kulissen des Fußball-Bundesligisten zugeht, wie der Verein organisiert ist und welche strategischen Ziele er verfolgt, darüber referierte Alexander Wehrle an der Ludwig-Erhard-Schule in Pforzheim. Der 37-Jährige arbeitet seit 2003 hauptamtlich beim Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V. Als Assistent des Vorstandes ist Wehrle nah dran an den Entscheidungsträgern des rund 46 000 Mitglieder starken Clubs. Deshalb lieferte er den aufmerksam lauschenden Schülerinnen und Schülern aus der Wirtschaftsoberschule und der Berufsfachschule Informationen aus erster Hand.
Der Besuch Wehrles war Auftakt einer Veranstaltungsreihe mit Persönlichkeiten aus Wirschaft und Politik an der Ludwig-Erhard-Schule, wie Schulleier Erhard Hofmeister erklärt. Nach der VfB-Führungskraft kommt die Bundestagsabgeordnete Katja Mast (SPD), danach Dr. Joachim Nagel vom Vorstand der Deutschen Bundesbank.
Kleiner Scherz an der Tafel
„VfB Stuttgart – FC Bayern 0:2“ hatte ein Witzbold an die Tafel gemalt. Noch bevor Alexander Wehrle das Klassenzimmer betrat, wischte ein Lehrer die schlechte Erinnerung an den jüngsten Pokal-K.o. der Schwaben wieder weg. Doch der Mann vom VfB hätte wohl kein Problem gehabt mit dem kleinen Scherz. Sein Aufgabengebiet reicht weit über die reine Ergebnis-Arithmetik auf dem Rasen hinaus. Wenngleich er einräumt: „Ein Pfostenschuss kann schicksalshaft sein für den Verein“ Als der VfB Stuttgart in der vergangenen Saison vom Abstieg bedroht war, bangte nicht nur Trainer Bruno Labbadia, sondern auch viele der 274 fest angestellten Verwaltungs-Mitarbeiter um ihren Job. „Doch im Falle eines Abstieges wäre niemand entlassen worden“, versichert Wehrle. Er weiß das sehr gut, denn er ist als Referent des Vorstandes für das Personal (außer Lizenzspieler) zuständig.
Bekanntlich ging es nochmal gut. Der VfB stieg nicht ab. „Der Verein ist nach dem Umbau der Mercedes-Benz-Arena bestens aufgestellt“, freut sich Wehrle. Die Arena fasst jetzt 60 400 Zuschauer (vorher 54000) Der Zuschauerschnitt liegt bei 52 500 (2001 waren es 25 500). Ähnlich verläuft die Fieberkurve bei den Mitgliedern (2011: 46000/2001: 7700). Der Umsatz stieg von rund 60 Millionen Euro im Jahre 2003 auf knapp 120 Millionen im Jahre 2010. Knapp 50 Prozent der Ausgaben entfallen auf den Lizenzspielerbereich, sprich: Gehälter für Fußballprofis und Trainer.
Es zählt zu den strategischen Zielen des VfB, möglichst viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader zu haben. Das gelingt sehr gut. Aktuell sind 22 Prozent der Spieler des VfB im eigenen Haus ausgebildet. Nur der FC Bayern München ist noch besser, erklärt Wehrle stolz. In der gesamten Bundesliga kommen exakt 5,92 Prozent aller Spieler vom VfB. Markenzeichen der „Roten“ (so wird der VfB in Stuttgart genannt) ist es denn auch, mit „jungen Wilden attraktiven Fußball zu spielen“, so Wehrle.
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