Vesperkirche meistert alle Schwierigkeiten: Raumkapazitäten erschöpft
„Die Raumkapazitäten sind erschöpft“, sagt Klaus-Dieter Frank, einer der Organisatoren der 13. Vesperkirche. 29 Tage lang wurden in den Räumen der evangelischen Stadtkirche durchschnittlich 500 Menschen mit einer warmen Mahlzeit und einem Vesper als Wegzehrung versorgt.
Und nicht nur das: Traditionell dient die Institution der Pforzheimer Vesperkirche der Begegnung, des Gesprächs, dem Trost, der menschlichen Zuwendung.
Hans Gölz-Eisinger, Pfarrer der Stadtkirche, rühmt heuer eine „ganz besonders schöne Vesperkirche“ – was auch darin begründet gelegen sein mag, dass die ehrenamtlichen Helfer (der Stamm beträgt 270 Helfer, davon waren täglich rund 50 im Einsatz, zuzüglich acht Jugendlicher) auch in schwierigsten Situationen ihren Mann oder ihre Frau standen. Beispielsweise, als an einem Wochenende wegen zugefrorener Wasserleitungen beim der nebenan befindlichen Enzdüker-Baustelle drei Tage lang kein Wasser durch die Leitungen floss. Das dreckige Geschirr von mehreren hundert Verköstigten musste zum Gemeindehaus geschleppt und zum Teil per Hand gespült und abgetrocknet werden – eine Geschirrspülmaschine alleine war überfordert. Dazu gab es einen Tag lang keinen Strom. „Man bekommt alles hin“, sagen Klaus-Dieter Frank Gabriele Napiwotzki. Erspart geblieben ist dem Leitungsteam und den eingeteilten Helfern die heikle Aufgabe des Schlichtens vom vergangenen Jahr, als ein bestimmter Personenkreis für latente Probleme in den Räumen der Vesperkirche sorgte. „Das ist dieses Jahr ausgeblieben“, sagt Frank. Fingerspitzengefühl war allerdings vonnöten, um den Befindlichkeiten der Stammgäste Rechnung zu tragen. Seit Jahren haben sie ihre festen Plätze – und wehe, jemand anderes lässt sich eben dort hungrig nieder, um sein Schnitzel oder die dampfende Roulade zu sich zu nehmen. Dann ist Diplomatie gefragt.
Vom 18. Februar an gilt dies auch im Schloßbergzentrum. Dann startet die Suppenküche, ebenfalls ein Projekt des Vereins Ökumenische Vesperkirche. An drei Tagen in der Woche – Dienstag, Donnerstag und Samstag – geben die Helfer erfahrungsgemäß rund 60 bis 70 Portionen Eintopf aus. Und spenden Wärme in mehrerlei Hinsicht.
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