Steiniger Weg zur Gemeinschaftsschule in Keltern

Enzkreis/Keltern. Viele offene Fragen, nachdem Keltern nicht zu den Starterschulen zählt. Aktuelle Gemeinderatssitzung offenbart: Auch die nächste Bewerbungsrunde wird schwer.

Keltern wird zum Fallbeispiel im Enzkreis, wie schwierig es ist, eine Gemeinschaftsschule aufzubauen. Viele Kommunalpolitiker und Schulleitungen blicken nach Keltern und verfolgen gespannt, ob es der Johannes Kepler Schule zumindest im zweiten Anlauf gelingen wird, als erste Bildungseinrichtung in der Region die neue Schulform zu etablieren.

Im Kelterner Gemeinderat standen nun Rektor Volker Schneider und Konrektorin Karin Hoffmann Rede und Antwort, was die Vorbereitungen im Lehrerkollegium anbelangt und ob die Zielvorgabe von Bürgermeister Ulrich Pfeifer und der Ratsmehrheit eingehalten werden kann, bis Anfang November eine Bewerbung fürs Schuljahr 2013/14 einzureichen. In der Sitzung hatte der Verwaltungschef seine Vorstellung bekräftigt, wie wichtig ihm eine Bewerbung zum genannten Termin ist. Rektor Schneider machte allerdings deutlich, dass die überaus anspruchsvolle und komplexe Aufgabenstellung Zeit benötige. Eine qualifizierte Bewerbungsgrundlage müsse garantiert sein. Anders als beim ersten Mal wisse man nun genau, auf was es alles ankomme, weil mittlerweile vom Kultusministerium ein nachvollziehbarer Kriterienkatalog entwickelt worden sei.

Rektor Schneider und Konrektorin Hoffmann unterstrichen, dass Begeisterung und Engagement im Lehrerkollegium zum Aufbau des pädagogischen Konzepts nicht durch Druck von außen gefährdet werden dürften. Aufgrund der kleinen Schulgröße bewege man sich personell ohnehin „auf sehr dünnem Eis“ und die an sich sehr aufgeschlossenen Eltern dürften kein zweites Mal enttäuscht werden. Schneiders Appell: „Sie müssen mir vertrauen.“

Wie schwierig die Aufgabenstellung ist, erläuterte Schneider an zwei Beispielen: Keltern habe noch keine Erfahrung mit der geforderten Inklusion, also der Integration von Förderschulkindern in den Unterricht. Und die zum Zuge gekommenen Starterschulen hätten durch neue Lernmethoden schon seit Jahren innovativ auf sich aufmerksam gemacht. In der Aussprache im Gemeinderat wurde deutlich, wie unterschiedlich die Erwartungen an eine Gemeinschaftsschule sind.

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