Realschulen rechnen mit verstärktem Zulauf
Enzkreis. In den Realschulen steigt die Spannung: Da zum ersten Mal die Eltern über die weiterführende Schulart entscheiden, erwarten die Realschulen einen verstärkten Zulauf.
Markus Widmann, Schulleiter der Nieferner Realschule, hat den Trend schon gespürt: „Bei unserem Informationstag für die Eltern wurde sichtbar, dass wir mehr Schüler bekommen werden.“ Widmann rechnet damit, dass er im kommenden Schuljahr drei statt bisher zwei Eingangsklassen haben wird. Bis 28./29. März müssen Eltern ihre Anmeldung abgeben.
Bisher war die Grundschulempfehlung verbindlich. Das erzeugte oft starken Druck in der vierten Klasse. Eltern bangten nach der Beratungsphase um die Entscheidung, ob ihre Kinder auf die Haupt- und Werkrealschule, in die Realschule oder aufs Gymnasium gehen sollten. Der Notendurchschnitt aus Deutsch und Mathematik teilte die Viertklässler – wer 2,5 hatte oder besser war, konnte aufs Gymnasium. Mit der Note 3,0 oder besser war die Aufnahme in der Realschule möglich. Jetzt haben die Eltern das letzte Wort. Die neue Landesregierung schafft den verpflichtenden Charakter der Empfehlungen ab.
Die Grundschullehrer beraten weiterhin, verantwortlich für den Schulweg sind nun aber allein die Eltern. „Ihnen ist jedoch wichtig, wie die Lehrer das Leistungsvermögen der Kinder einschätzen“, sagt Schulamtsdirektorin Daniela Rüdenauer. Sie ist im Schulamt Pforzheim für den Grundschulbereich verantwortlich. „Eltern sind Experten“, so Rüdenauer. Es gebe in den Grundschulen eine „enge Beratungskultur“, die schon im Kindergarten beginne.
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