Probleme mit Wildschweinen: Schwarzwild sorgt für hitzige Debatte

Das Interesse ist groß und die Diskussion zu den Enzberger Schwarzwildschäden teilweise laut gewesen. Dicht drängten sich am Freitagabend rund 100 Interessierte beim Diskussionsabend ins Enzberger Naturfreundehaus. „Das zeigt mir, dass ich den Nerv getroffen habe“, sagte Initiator Hans-Werner Herre. Der Enzberger ärgert sich darüber, dass seine Streuobstwiesen immens von Schwarzwild geschädigt sind (PZ berichtete).

Unter den Diskutanten waren auch Bürgermeister Winfried Abicht, Joachim Ertl vom Jagdamt der Stadt Mühlacker, FDP-Landtagsfraktionsvorsitzender Hans-Ulrich Rülke, die stellvertretende Vorsitzende der Jägervereinigung Enzkreis, Barbara Becker, Horst Maier, Vorsitzender des Schwarzwildrings Stromberg-Heuchelberg, Thilo Klotz vom Kreisjagdamt Enzkreis und der Enzberger Jagdpächter Gerhard Ruhl.

„Streuobstwiesen sind keine Spielwiesen von Hobbygärtnern, sondern Teil unserer Kulturlandschaft“, erneuerte Organisator Herre zu Beginn seine Kritik an den Wildschweinschäden im Ort. Zehn Hektar Fläche seien mittlerweile betroffen, so Herre. Schuld seien zugewachsene Weinbergwege, in denen sich die Wildschweine häuslich niederlassen könnten. „Es werden nur Schäden von Schwarzwild ersetzt, die bei landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen“, erklärte Joachim Ertl. Seit 1950 seien die Wildschweinbestände um das zwölffache gestiegen, verdeutlichte Horst Maier. Naturverjüngung im Wald, siebenfach gestiegener Maisanbau und warme Winter in der Abschussphase zwischen November bis Ende Januar und der Enzberger Steilhang seien das Problem. Fazit: „Die Bejagung ist sehr schwer“, so Maier. Und: „Ihr müsst eure Stückle bewirten, aber wir müssen nicht jagen“, verdeutlichte er, dass nur eine Zusammenarbeit zwischen Obstbauern und Jägern eine Lösung für alle bringen könne. Er regte an, den Enzberger Hang herzurichten, vom dichten Gebüsch zu befreien und im kommenden Herbst eine großangelegte Drückjagd mit Jägern aus Kieselbronn und Niefern zu veranstalten. Das Risiko müsste die Stadt übernehmen.

Keine rechtliche Handhabe

„Ich brauche sie alle als Treiber“, appellierte Abicht an die Anwesenden. Die Stadt habe keine rechtliche Handhabe, nicht bewirtschaftete und verwilderte Weinberge freischneiden zu lassen, so Abicht. „Ich bin gerne bereit, auf die Landespolitik einzuwirken“, erklärte FDP-Landtagsfraktionsvorsitzender Hans-Ulrich Rülke. Hans-Werner Herre überreichte dem Abgeordneten dazu ein Schreiben, in welchem seine Wünsche aufgelistet sind. „Die Streuobstwiesenbesitzer fühlen sich verlassen“, zog Hans-Werner Herre als Resümee des Abends. Nun schwebt dem 74-Jährigen eine Petition vor.

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