Kirche will viele Kanäle für sich nutzen

„Wer nicht in den Medien ist, wird nicht wahrgenommen“, so lautete das Motto der Diskussionsrunde beim Stadtgespräch unter dem Kirchturm. Im Saal der Pauluskirche in Mühlacker ist es im Rahmen der kirchlichen Medientage zum Gedankenaustausch gekommen.

Bei der Gesprächsrunde waren neben Pfarrer Jürgen Kaiser, dem Geschäftsführer des Evangelischen Medienhauses und Bruder des Wurmberger Pfarrers Andreas Kaiser, sowie Markus Kaes, Mitinhaber einer Kommunikationsagentur, und Pfarrer Theodor Tröndle aus Mühlacker auch Journalisten dabei. Alexander Heilemann, Redaktionsleiter Region und Mühlacker der „Pforzheimer Zeitung“ kam, wie auch der frühere PZ-Mitarbeiter Hilmar Pfister, der inzwischen Redakteur im Ressort Landespolitik der „Stuttgarter Nachrichten“ ist. Ursprünglich sollte sich die Diskussion unter Einbeziehung des Publikums mit den Auswirkungen der Medienwirklichkeit für das Privatleben und die Kirche beschäftigten. Doch schnell kristallisierte sich der Schwerpunkt „Kirche“ heraus, um den sich letztlich alles drehte. Gestreift wurde allerdings die Affäre um den Bundespräsidenten Christian Wulff, ebenso das Thema „Stuttgart 21“.

„Wann ist eine Kirchennachricht ´was wert?“, wollte Tröndle vom führenden PZ-Redakteur Heilemann wissen. „Wenn etwas Neues passiert, das den Leser interessiert“, erwiderte der und nannte den Sinnpfad in Königsbach als Beispiel. Dort führen kostümierte Führer durch die Kulissen, die das Leben der damaligen Zeit widerspiegeln. „Landeskirchliche Nachrichten schaffen es in die Zeitung, wenn diese dem öffentlichen Interesse gerecht werden, aber auch bei uns hat das Neue die Nase vorne“, ergänzt Pfister, der in Lomersheim aufwuchs. „Es besteht die Notwendigkeit für Kirche zu kommunizieren“, betont Werbefachmann Kaes. Es gebe kein Design, das sich besser durchgesetzt habe, als das Kreuz. „Wenn Sie Menschen erreichen wollen, dann sprechen Sie die Sprache der Leute“, gab Kaes Pfarrern und etwa 30Besuchern mit auf den Weg.

Stetes Bemühen notwendig

„Wir leben in einem spannenden Zeitalter, der digitalen Revolution und die Kirche ist nur ein Anbieter von vielen auf dem Marktplatz der Werte“, betonte Kaiser in seiner urschwäbischen, unterhaltsamen Art. „Die PZ ist auch im Internet stark und erreicht dort junge und neue Zielgruppen“, so Heilemann, der auch auf PZ- eigene Recherchethemen verwies, die gut ankommen. Der Kirchen- und Medienmann Kaiser, der mahnte: „Wenn Medien von der Kirche genutzt werden, muss man sie pflegen. Eine veraltete Internetseite nutzt genauso wenig wie ein runtergerotzter Gemeindebrief. “,

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