Ex-Frau mehrfach beleidigt, geschlagen und gewürgt

Ich hatte einfach den 18. Februar im Kopf“, versuchte sich der Angeklagte herauszureden, nachdem er von einem Streifenwagen abgeholt werden musste, um die Verhandlung beginnen zu können.

Zu einem früheren Verhandlungstermin war er ebenfalls nicht erschienen, Richterin Jill Predel hatte ihn auch damals mit der Polizei abholen lassen müssen. Die Anklageschrift habe er nicht erhalten, behauptete er, obgleich Predel eine offizielle Bestätigung der Zustellung vorlag.

Einigung erzielt

Trotz der Verzögerung konnte gestern eine Einigung zwischen den verschiedenen Parteien erzielt werden. Demnach wurde der 38-Jährige zu zwei Jahren auf Bewährung und der Zahlung von jeweils 2000 Euro Schmerzensgeld an die Nebenkläger verurteilt.Er trägt sowohl die Kosten des Verfahrens als auch die Auslagen der Nebenkläger. Außerdem wurde er verpflichtet, seinen aktuellen Wohnsitz innerhalb von vier Wochen zu melden. Seine Ex-Ehefrau, die Opfer seiner Gewaltausbrüche geworden war und als eine von zwei Nebenklägern auftrat, müsse sich auch jetzt noch mit Gerichtsvollziehern und Kriminalbeamten herumschlagen, die zu ihr kämen, weil er noch immer dort gemeldet sei. Sie wolle endlich mit dem Geschehenen abschließen können, sagte sie vor Gericht.

Handy gestohlen

Anfang Februar 2010 war der Pforzheimer in die Wohnung seiner damals noch getrennt lebenden Frau gekommen, hatte sie beleidigt, mehrfach geschlagen und ihr die Kehle zugedrückt. Zuvor hatte er einer Bekannten, die versucht hatte, die Polizei zu alarmieren, gewaltsam das Handy entrissen und sie aus der Wohnung gedrängt. Am Hauseingang, wo er seine Frau hingezerrt hatte, bemerkte er die mittlerweile eingetroffenen Polizeibeamten und drohte seiner Frau, sie umzubringen, wenn sie etwas sagen würde. Nur wenige Tage nach diesem ersten Vorfall war er gegen den zweiten Nebenkläger, einen Mann, gewalttätig geworden. Knietritte gegen den Kopf, Fußtritte und ein Kopfstoß führten bei seinem zweiten Opfer unter anderem zu Prellungen im Gesicht und einem Nasenbeinbruch.

Von Oberamtsanwalt Bernhard Martin auf die versäumte Ummeldung angesprochen, antwortete der 38-Jährige, der zuvor bereits im Gefängnis gewesen war: „Sie haben einfach keine Ahnung von meinem Leben.“

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